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"KRONPRINZ RUDOLF" SYNOPSIS

 

Mit dem Kronprinzen Rudolf (Max von Thun) hat Österreich-Ungarn einen Thronfolger, der alle Voraussetzungen besitzt, die Spannungen in seinem Reich auszugleichen und den Frieden in Europa zu retten. Doch das politische Establishment, das großen Einfluss auf seinen regierenden Vater, Kaiser Franz Joseph (Klaus Maria Brandauer), hat, und Rudolfs eigene Leidenschaften stehen zwischen dem liberalen Kronprinzen und der Macht. Am 30. Jänner 1889 zieht der 31-Jährige mit seiner 17-jährigen Geliebten Mary Vetsera (Vittoria Puccini) im Jagdschloss von Mayerling die tragische Konsequenz seines unmöglich gewordenen Lebens.

 

TEIL 1 "Kronprinz Rudolf - Der Rebell":

Mit Erlangen der Volljährigkeit im Jahr 1878 plant der österreichische Kronprinz Rudolf (Max von Thun) ein Studium an der Universität Wien. Seine Affäre mit der verheirateten Baronesse Helene Vetsera (Alexandra Vandernoot) passt bestens zu seinem Leben zwischen Kunst, Wissenschaft, Bordellen und Politik. Doch sein Vater, Kaiser Franz-Joseph (Klaus Maria Brandauer), entsendet ihn gegen den Widerstand seiner Mutter, Kaiserin "Sisi" (Sandra Ceccarelli), in den Militärdienst nach Prag.

Rudolfs väterlicher Freund, der Maler und Freigeist Hans Canon (Omar Sharif), zeigt dem verwöhnten Prinzen das Leben der einfachen Leute. Verkleidet als Student mischt Rudolf sich unter sein Volk und verliebt sich in die jüdische Bäckerstochter Sarah (Julia Jentsch). Er beginnt ein Doppelleben als Student "Julius Felix" und als k. u. k. Offizier. Rudolfs liberale Erziehung und sein rebellischer Geist sorgen immer wieder für Konflikte mit dem politischen Establishment und der katholischen Kirche in der Person des mächtigen Erzbischofs Schwarzenberg (Wolfgang Hübsch).

Als Rudolfs Feind und engster Berater des Kaisers, Graf Taaffe (Christian Clavier), zum Premierminister ernannt wird, setzen Rudolf und sein Cousin Erzherzog Johann (Fritz Karl) alles daran, den Kronprinzen nach Wien zurückkehren zu lassen, um dem absehbaren politischen Rechtsruck des Reichs entgegenzuwirken. Eine Heirat scheint das probate Mittel zur Erwirkung der kaiserlichen Erlaubnis für eine Rückreise zu sein. Der Preis, den Rudolf dafür zahlen muss, ist die Aufgabe seines Doppellebens und damit das Ende seiner Liebe zu Sarah. Bevor er sich Sarah erklären kann, ist sie jedoch verschwunden - von der eigenen Familie, die die wahre Identität des "Studenten Julius Felix" in Erfahrung brachte, entführt und am Land unter Zwang verheiratet. Sarah stirbt binnen kürzester Zeit an gebrochenem Herzen. Rudolf, der die Schuld für diese Tragödie auf sich nimmt, fällt in eine tiefe Depression.

Wiederum ist es Hans Canon, der ihm den Weg zurück ins Leben weist. Rudolf erklärt sich bereit, eine Vernunftehe mit Stéphanie von Belgien (Daniela Golpashin) einzugehen. Sisi ist strikt gegen die Ehe mit dem unattraktiven, kaum erwachsenen Kind. Aber für Rudolf und seinen Kreis, der sich um den Zeitungsherausgeber Moriz Szeps (Joachim Król) erweitert hat, ist es die Fahrkarte zurück in das Zentrum der Macht. Obwohl Taaffe sein Möglichstes tut, um den Kronprinzen vom Kaiser fernzuhalten, erringt Rudolf erste politische Lorbeeren.

Fünf Jahre später hat sich das Blatt jedoch abermals gewendet. Rudolfs Pflichten in der Armee halten ihn fern von Wien. Seine politische Tätigkeit beschränkt sich auf das Verfassen regimekritischer Zeitungsartikel unter dem Pseudonym Julius Felix. Obwohl er seine Tochter Erzsi (Lea Mis) abgöttisch liebt, ist seine Ehe zerrüttet. Der Hofarzt (Albert Fortell) behandelt den ständig kränkelnden Prinzen mit Morphium. Bei einem Hofball begegnet Rudolf der Baronesse Mary Vetsera (Vittoria Puccini), Tochter seiner ehemaligen Geliebten Helene. Schon vor diesem Zusammentreffen war Mary unsterblich in ihn verliebt. Rudolf hat Zweifel, ob er diese Liebe zulassen soll.

TEIL 2
"Mayerling"

Im Herbst 1888 steht der österreichische Thronfolger Rudolf (Max von Thun) am Scheideweg seines Lebens. Unter dem Einfluss von Premierminister Graf Taaffe (Christian Clavier) und der katholischen Kirche führt der Kaiser (Klaus Maria Brandauer) das österreichisch-ungarische Kaiserreich immer näher an den für Rudolf absehbaren Zerfall. Das deutsche Reich unter seinem jungen Kaiser Wilhelm II. (Robert Stadlober), einst Rudolfs belächelter Freund, nun sein persönlicher Feind, strebt immer vehementer nach der Vorherrschaft in Europa.

Der Kronprinz, der wiederholte Angebote ungarischer Nationalisten ausschlägt, sich in Budapest krönen zu lassen, sucht vergeblich die Nähe seines Vaters. Noch immer sieht er im geliebten, schlecht beratenen Kaiser das Vorbild für einen guten Monarchen. Sein Cousin Erzherzog Johann (Fritz Karl) drängt ihn zu einer Entscheidung, Partei gegen den Vater zu ergreifen. Rudolfs Ablehnung ist vehement, obwohl auch seine Mutter, Kaiserin Sisi (Sandra Ceccarelli), ihn auffordert, über Ungarn "nachzudenken".

Die Ehe mit Stephanie (Daniela Golpashin) ist längst zu einer Tortur wiederkehrender Konflikte und Vorwürfe verkommen. Rudolfs Gesundheit ist angegriffen. Seine geheime politische Tätigkeit und sein Einsatz für die Armee übersteigen seine körperlichen Kräfte. Rudolfs bevorzugte "Arzneien" sind Morphium und Alkohol. Sein einziger wahrer Freund ist die ehemalige Prostituierte Mizzi Kaspar (Birgit Minichmayr), der er ein bürgerliches Haus gekauft hat, in dem er seine spärliche Freizeit verbringt.

Rudolfs Cousine Marie Larisch (Julia Cencig) organisiert einen ersten nächtlichen Besuch von Mary Vetsera (Vittoria Puccini) in der Hofburg. Eine gegenseitige Faszination zwischen dem Kronprinzen und der Baronesse entspinnt sich, die erst spät und auf Marys Betreiben zu einer Liebesaffäre führt. Rudolf und Mary begeben sich zunehmend in eine von Gefühl und Leidenschaft bestimmte Gegenwelt zu Rudolfs bedrängter öffentlicher Existenz.

Die geheime schriftstellerische Tätigkeit des Kronprinzen bringt seinen Herausgeber Moritz Szeps (Joachim Król) ins Gefängnis. Auf der Straße fordern antisemitische Nationalisten unter ihrem Führer Schönerer (Georges Kern) den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Rudolf sucht mit seinem "Kronprinzenwerk", einer umfassenden, wissenschaftlichen Darstellung Österreich-Ungarns, die Achtung des Kaisers zu gewinnen. Als Franz Joseph vor Zeugen Rudolfs Fähigkeit bezweifelt, so ein Werk zu verfassen, wird Rudolf von ersten Selbstmordgedanken bedrängt. Aus Sorge um ihn geht Mizzi Kaspar zum Polizeipräsidenten Kraus (Heribert Sasse), der wiederum Premierminister Taaffe von den Suizidabsichten des Kronprinzen informiert. Der unterlässt bewusst jeden Bericht an den Kaiser. Das Problem, das Rudolf für ihn darstellt, könnte sich ganz von selbst lösen.

Auf Vermittlung von Szeps trifft Rudolf insgeheim den französischen Oppositionsführer Clemenceau (Michael König). Falls er die bevorstehenden Wahlen in Frankreich gewinnt, könnte Österreich-Ungarn zum Nachteil Deutschlands näher an Frankreich rücken. Die Voraussetzung ist, dass Rudolf der Macht näher kommt, seinen Vater für seine Pläne gewinnt - oder sich gegen ihn stellt.

Helene Vetsera (Alexandra Vandernoot) erfährt von der Affäre ihrer Tochter Mary mit Rudolf, mit dem sie selbst vor Jahren eine Liaison hatte. Unverzüglich bringt sie Mary nach England. Mary stimmt einer Heirat mit dem Prinzen Braganza (Gabriel Barylli) zu, um zurückkehren zu dürfen, in Wahrheit, um Rudolf wieder zu sehen. Endlich sammelt Rudolf den Mut zu einer Aussprache mit seinem Vater. Überraschend teilt Franz Joseph ihm mit, dass er niemals den Thron besteigen werde, dass er nicht würdig sei, sein Nachfolger zu werden. Kurz darauf lässt Taaffe den am Boden zerstörten Kronprinzen wissen, dass er sein Pseudonym "Julius Felix" kenne und ausreichend Material für einen Hochverrats-Prozess gegen ihn in Händen habe. Rudolf sieht seinen einzigen Ausweg in der Zustimmung zu Johanns umstürzlerischen Plänen. Wenn die Wahlen in Frankreich Clemenceau an die Macht bringen und wenn das ungarische Parlament einer eigenständigen ungarischen Armee zustimmt, werden sie losschlagen. Die Entscheidung wird Rudolf am 28. Jänner 1889 im kaiserlichen Jagdschloss Mayerling erwarten. Mary besteht darauf, dass Rudolf sie nach Mayerling mitnimmt, ein letztes Mal vor ihrer Verehelichung mit Braganza. Als Rudolfs politische Pläne scheitern, weigert sie sich, ihn zu verlassen. Gemeinsam gehen sie in den Tod.

© Synopsis: ORF Pressestelle