F  I  L  M  S  T  I  L  L  S . A  T

 

SYNOPSIS "FALCO - VERDAMMT, WIR LEBEN NOCH!"

 

Es ist der 6.Februar 1998. Dominikanische Republik. 
Ein schwarzer Geländewagen steht seit gut einer Stund auf dem Parkplatz einer Bar. Der Mann hinter dem Steuer: Der österreichische Popstar Hans Hölzel - bekannt als FALCO. Er hört sich gerade im CD-Player die Reihung der Songs auf seinem neuen Album an.

Die musikalische Begabung des Johann "Hans" Hölzel zeigt sich schon früh. Bereits im Alter von sechs Jahren begeistert er das Publikum bei einer Weihnachtsfeier mit seinem musikalischen Talent und seinen Fähigkeiten am Klavier.

Über die Szenebands "Hallucination Company" und "Drahdiwaberl" findt Hans Hölzel zu seiner eigenen Popidentität - FALCO. Ein silbergrau-schwarz gestreifter Anzug, die Haare mit Gel nach hinten frisiert: Die Kunstfigur FALCO wird bei einem Konzert in München geboren.

Bei einem "Drahdiwaberl"-Auftritt in den Wiener Sophiensälen, wo Falco seine erste Eigenkomposition "Ganz Wien" als Pausenfüller aufführt, wird er vom österreichischen Musikproduzenten Markus Spiegel entdeckt und als Solokünstler unter Vertrag genommen. Nach anfänglicher Ablehnung in Österreich gelingt mit dem Titel "Der Kommissar" in Deutschland der Durchbruch und Falco wird schnell in ganz Europa und sogar in den USA zum Aufsteiger des Jahres.

Der große Erfolg setzt Falco enorm unter Druck, und seine Unsicherheit und die Angst vor dem Scheitern und dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit setzen dem erst 25-jährigen gehörig zu.

Sein zweites Album "Junge Römer" bleibt deutlich hinter den kommerziellen Erwartungen zurück und veranlasst Falcos Manager, die musikalischen Wege des "ersten weißen Rappers" in eine andere Richtung zu lenken. Nach einer mittelfristigen Schaffenskrise, begleitet von Alkohol und Drogen, willigt Falco schließlich ein, mit den holländischen Produzenten Rob und Ferdi Bolland an einem neuen Album zu arbeiten. Das erste Resultat dieser Zusammenarbeit heißt "Rock me Amadeus" und stürmt über Nacht die Charts in ganz Europa.

Bei einem Charity-Auftritt in Graz lernt Falco Jaqueline A. kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse im Leben des Wiener Rockstars: "Rock me Amadeus" wird am 13.März 1986 zur Nummer 1 der amerikanischen "Billboard Charts" und bleibt bis heute der einzige deutschsprachige Titel, der jemals die Top-Position der US-Hitparade erreichen konnte. Nur eine Woche später bringt Jaqueline die gemeinsame Tochter Carolina-Tatjana zur Welt. Kurz darauf löst Falco mit der Veröffentlichung des Titels "Jeanny" einen der größten Skandale aus, den die europäische Musikwelt in den 80er Jahren erlebt hat. Als "Gewaltverherrlicher" und "Frauenfeind" wird Falco in der breiten Öffentlichkeit diffamiert. Die Single verkauft sich jedoch täglich rund 20.000 Mal.

Zerstörung und Ermunterung, Leidenschaft und Ablehnung begleiten nun vermehrt das Leben des Hans Hölzel, der bald kaum mehr zwischen seiner wahren Persönlichkeit und seinem "Alter Ego" Falco zu unterscheiden vermag. Immer wieder sucht er Schutz in Alkohol und Drogen. Seine Stimmungslagen schwanken, ein Extrem folgt dem anderen.

Auch für Jaqueline wird das Zusammenleben mit Falco immer schwieriger. Mehrmals packt sie die Koffer und verlässt mit dem kleinen Kind die gemeinsame Wohnung. Nach vielen Leerläufen flieht Falco überraschend in die Ehe mit Jaqueline, die allerdings nur 309 Tage später wieder geschieden wird.

Musikalisch gelingt es Falco nicht, an seine großen Erfolge anzuschließen. Sein Album "Emotional" floppt und die geplante Welttournee muss mangels Publikumsinteresse abgesagt werden. Es folgt die tiefste Schaffenskrise - begleitet von noch mehr Alkohol und Drogen - aus der ihn niemand mehr zu befreien vermag. Zugleich mit der Scheidung von Jaqueline folgt mit dem Album "Wiener Blut" der schlimmste Flopp in der Karriere Falcos, von dem er sich schließlich nie mehr richtig erholt.

Seinen Fans schenkt Falco dann 1993 überraschend den wichtigsten Live-Auftritt seiner Karriere: Vor über 100.000 Besuchern tritt er bei strömendem Regen beim Donauinselfestival in Wien auf und begeistert das Publikum über eine Stunde lang derart, dass die Besucher völlig durchnässt, aber geradezu euphorisch dem Konzert bis zum Schluss folgen.

Im Jahr 1995 erkennt Falco die Zeichen der Zeit ein letztes Mal: Er nimmt den Song "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da..." als Techno-Nummer auf und landet damit unter dem Pseudonym TMA einen Achtungserfolg im deutschen Sprachraum.

Falcos Übersiedlung in die Dominikanische Republik ist eine Flucht aus einer Welt, die ihn groß gemacht, aber schließlich auch fallen gelassen und zerstört hat. Diffamierungen durch die Medien in Wien und der latente Druck, früheren Erfolgen gerecht zu werden, sind die wesentlichen Gründe für seine Isolation und seiner Abkehr von seiner Heimatstadt.

Die Feier zu seinem 40.Geburtstag in den Hacienda Resorts in der Nähe von Puerto Plata ist sein letztes öffentliches Bekenntnis, sein letzter medialer Auftritt. Danach zieht sich Falco in Hans Hölzel zurück, in jene Seite, der er entsprungen ist und in der er sich nun wiedergeboren zu sein wünscht.

Zum Jahreswechsel 1998 wirkt Falco geläutert und bereit für eine ungewisse Zukunft, in der er um seinen Platz kämpfen wird müssen. Es ist der 6.Februar 1998, 16.40 Uhr. Der schwarze Geländewagen steht seit gut einer Stunde auf dem Parkplatz einer Bar, der "Tourist Disco". Falco schaltet den CD-Player aus und startet den Wagen. Der bald 41-jährige biegt auf die Strasse hinaus. Falco nimmt dabei den Gegenverkehr nicht wahr und kollidiert mit einem Bus. Falco ist tot.

Sein letztes Album erscheint posthum unter dem Titel "Out of the Dark".

(Synopsis: © MR-Film, Wien)